H2bench -- by Harald Bgeholz / c't Magazin fr Computertechnik
Copyright (C) 1996 Verlag Heinz Heise GmbH
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H2bench luft unter DOS und greift direkt ber das BIOS auf die
Festplatte zu. Um unsere Messungen nachvollziehen zu knnen, mssen
Sie DOS ohne irgendwelche Cacheprogramme und nur mit den unbedingt
notwendigen Treibern booten. Im Falle des SCSI-Adapters von NCR ist
das der Doscam-Treiber, ohne den die Platten nur im langsameren
Asynchronmodus des SCSI-Busses betrieben wrden. Fr EIDE-Platten ist
in der Regel kein Treiber erforderlich. Das BIOS unseres Testsystems
(Asus-Board mit Triton-Chipsatz) erreicht auch ohne Treiberhilfe die
volle Performance. Bei anderen Boards kann es jedoch durchaus zu einer
Leistungssteigerung fhren, einen Treiber fr Busmaster-Betrieb zu
laden. Das gilt insbesondere fr Pentium-Pro-Boards, die auf dem
Natoma-Chipsatz basieren. Der begrenzt nmlich im treiberlosen
Normalbetrieb die Transferrate auf wenig mehr als 4 MByte/s -- nicht
genug fr moderne EIDE-Platten.

In den DOS-Boxen von Windows, Windows 95 oder OS/2 liefert H2bench
keine zuverlssigen Ergebnisse. Ebenso wrden Treiber wie Emm386, die
den Prozessor im virtuellen 8086-Modus betreiben, die Messungen
verflschen und sollten daher weggelassen werden.

H2bench erwartet auf der Kommandozeile die Nummer der zu testenden
Festplatte sowie Optionen, die die durchzufhrenden Tests festlegen.
Ein Aufruf ohne Parameter liefert einen kurzen Hilfstext. Alle
Optionen mssen als Kleinbuchstaben angegeben werden. Der wichtigste
Parameter ist die Nummer der zu testenden Festplatte. Die erste
physikalische Platte hat die Nummer 0, die nchste die Nummer 1 und so
weiter. Gibt man auf der Kommandozeile nur die Plattennummer ohne
Optionen an, so zeigt H2bench das Mapping (Zylinder, Kpfe, Sektoren)
und die Kapazitt der Platte an. Wenn mehrere Platten im Rechner sind,
empfiehlt es sich, H2bench zunchst einmal nur so aufzurufen, um
sicherzustellen, da man die richtige Platte trifft.

Da H2bench unter Umgehung der Partitionierung direkt auf die Platte
zugreift, wrden beim Beschreiben der Platte alle Daten verlorengehen.
Daher fhrt er alle Benchmarks normalerweise nur lesenderweise durch.
Erst die Option "-!" aktiviert auch die Schreibmessungen. Diese
wiederum funktionieren aus Sicherheitsgrnden nur, wenn keine
Partitionen auf der Platte sind.

Die drei Komponenten der H2bench-Messung sind die Zonenmessung, die
Hdbench-Messung und die Messung der mittleren Zugriffszeit. Die Option
"-z" aktiviert die Zonenmessung, "-s" die Seek-Messung. Die
Hdbench-Messung kombiniert Lese- und Schreibzugriffe mit verschiedenen
Blockgren in einem 6 MByte groen Bereich der Platte. Die Option "-h
<n>" veranlat diese Messung bei <n> % der Kapazitt der Platte (die
Leerstelle zwischen -h und <n> ist wichtig). Wir fhren die
Hdbench-Messung grundstzlich in der schnellsten Medienzone durch, die
bei den allermeisten Festplatten ganz auen, also bei 0 % der
Kapazitt liegt.

Mit der Option "-ha" sucht sich H2bench die schnellste Medienzone
selbst. Dazu fhrt das Programm zunchst die Zonenmessung durch und
legt dann die Hdbench-Zone an Hand der ermittelten Leseraten fest. Da
es die Schreibrate fr die Wahl der schnellsten Zone nicht
bercksichtigt, kann es in seltenen Fllen passieren, da es die
"falsche" Zone whlt, so zum Beispiel bei den derzeit neusten
EIDE-Platten von Western Digital. Bei der AC21600 bricht die
Schreibrate im Auenbereich stark ein, der gewichtete Mittelwert
betrgt nur 2,95 MByte/s. Mit man dagegen bei 20 % der Kapazitt,
wo die Schreibrate in Ordnung ist, so schafft sie respektable
3,39 MByte/s. Die Option "-a" schlielich fhrt alle drei
Teilmessungen durch; sie entspricht der Kombination von "-z", "-ha"
und "-s".

Die Option "-w <Dateiname>" legt einen <Dateinamen> fr das
Abspeichern der Ergebnisse fest. Der angegebene Name darf keine
Extension enthalten, da das Programm diese selbst anhngt. H2bench
erzeugt zwei Ergebnisdateien mit den Extensions ".txt" und ".ps". Die
Die .txt-Datei ist eine ASCII-Datei, die im vorderen Teil die
Ergebnisse im Klartext zusammenfat. Der hintere Teil enthlt die
Detailergebnisse der Hdbench-Messung und der Zonenmessung. Vorsicht:
Die Zonenmessung hat fr Lesen und Schreiben jeweils bis zu 1000
Mepunkte. Die Ergebnisse stehen jeweils in einer eigenen Zeile, um
die Auswertung mit anderen Programmen zu ermglichen. Bevor Sie auf
die Idee kommen, die .txt-Datei auszudrucken, sollten Sie mit einem
Texteditor den hinteren Teil der Datei abschneiden, da Sie sonst ber
30 Seiten "Zahlenmll" zu Papier bringen.

Fr den Ausdruck ist die .ps-Datei gedacht. Sie enthlt alle
Meergebnisse auf einer DIN-A4-Seite zusammengefat im
PostScript-Format. Besitzer eines PostScript-Druckers knnen die Datei
einfach so zum Drucker schicken, beispielsweise mit dem DOS-Befehl

copy /b Dateiname.ps prn

Wer ber einen weniger edlen Drucker verfgt oder die Ergebnisse am
Bildschirm betrachten mchte, kann den Freeware-Interpreter
GhostScript beziehungsweise das Programm GhostView zur Anzeige
benutzen. Die Programme sind fr praktisch alle Betriebssysteme
verfgbar und stehen unter anderem in der c't-Mailbox zum kostenlosen
Download bereit.

Zu Dokumentationszwecken dienen die folgenden Optionen: "-tt", gefolgt
von der Bezeichnung der Festplatte (in Anfhrungszeichen), legt den
"Titel" des Tests fest. Entsprechend gibt es "-tb" fr das BIOS, "-tc"
fr die CPU, "-tm" fr das Motherboard und "-ta" fr den verwendeten
(SCSI- oder EIDE-) Adapter. Da letztere Komponenten hufig
gleichbleiben, kann man die Angaben auch in Environment-Variablen
unterbringen, zum Beispiel per SET-Befehl in der Autoexec.bat. Die
entsprechenden Variablen heien H2btitle, H2bbios, H2bcpu, H2bboard
und H2badapter und kommen dann zum Zuge, wenn auf der Kommandozeile
keine antsprechenden Angaben vorliegen.

Meist braucht man beim Test dann nur noch den Namen der Festplatte
anzugeben. Ein typischer Aufruf lautet beispielsweise

h2bench 0 -a -! -tt "Festplatte 42" -w 42

Dies fhrt mit der ersten am Rechner angeschlossenen Festplatte alle
Messungen durch und speichert die Ergebnisse in den beiden Dateien
"42.txt" und "42.ps".

Bei Fragen zu H2bench wenden Sie sich bitte per EMail an
bo@ct.heise.de.
